Erste Schritte unter Mountain Lion

(Teil 5 –Vom WinSaulus zum MacPaulus)

Vieles ist ähnlich und wie unter Windows 7 gewohnt. Als Vorbereitung auf den „Kulturwechsel“ hatte ich mir natürlich vorher schon ein eBook besorgt („Willkommen am Mac – Für Windows Umsteiger“) und fleißig gelesen.

Voran gegangen war allerdings auch ein Besuch beim örtlichen Apple Händler (nein, kein Geiz-ist-geil-Tempel), wo mir ein sehr junger Apple-Fan begeistert und ganz schnell zu zeigen versuchte, was die schicke Mac OS Oberfläche so alles und viel besser konnte als das (doofe) Windows. Das war nicht mein Tempo und meine Herangehensweise – er hat mich eher abgeschreckt („So’n Freak“).

Aber nachdem ich erst einmal verstanden hatte,

  • daß sich für das aktuelle Fenster die Titelzeile mit allen Aktionen losgelöst vom Fenster immer am oberen Bildschirmrand befindet,
  • daß der Windows Explorer unter Mac OS auf den Namen Finder hört und
  • daß man Fenster statt rechts oben eben links oben (= vorne) schließen / verkleinern / vergrößern kann,

war ich in der Lage, mich erfolgreich auf dem Desktop und in den Anwendungen zu tummeln.

Das Touchpad des MacBooks ist für Windows Umsteiger erst einmal etwas ungewöhnlich. Das Tippen (als Mausklick) tut nicht! Erst das (sehr) feste Drücken auf die Padoberfläche gilt als Klick. Die gibt dabei sogar nach!
Aber in den Systemeinstellungen kann man das auf Tippen abändern und dann läßt die ganze Sache sich schon viel einfacher an.

Fenster öffnen, Fenster schließen, kein Problem. Allerdings wurde das Dock (die Schnellstartleiste am unteren Bildschirmrand) immer voller. Obwohl die typische Apple Maus keine 2 (mechanischen) Tasten hat, kann dennoch fein zwischen linken und rechtem Mausklick unterschieden werden. Zumindest bei meiner schnurlosen Version. Der rechte Mausklick auf die sich mehrenden Icons bot mir dann auch an, sie komplett zu beenden. Damit kann ich leben.

Der Mac OS Finder verbirgt, ähnlich wie der Windows Explorer in seiner Standard Einstellung, erst einmal den Aufbau der Systempartition und bietet statt dessen jedem Anwender seine Favoriten (Dokumente, Downloads, Filme, Musik usw.) an. Nach bisher 3 Wochen Benutzen von Mac OS habe ich noch nicht das Bedürfnis oder die Notwendigkeit gehabt, daran etwas ändern zu wollen.

Das Installieren von Programmen ist für Windows Vertraute etwas ungewöhnlich. Für Mac OS kommen Software Pakete entweder als Zip-Archive oder als DMG Dateien (Disk Image) daher.
Einfach beschrieben werden Zips einfach entpackt und das Ergebnis in den Programme Ordner verschoben, fertig!
DMGs bringen meist eine kleine Installations-Animation mit, auf der mit der Maus die neue Software (als Icon) auf den Programmordner gezogen wird. Auch fertig!
Und jetzt kommt das Verblüffende: Soll ein Programm deinstalliert werden, muß einfach nur sein Ordner im Programmverzeichnis gelöscht werden. Keine aufwändige Uninstall Routine ist auszuführen oder irgendwelche (später Probleme verursachende) Programmreste in System Verzeichnissen zu suchen. 😆

Allerdings gibt es Reste anderer Art regelmäßig zu beseitigen.
Da wären zum einen die Anhänge von Mails. Jeder durch den Viewer geöffnete Anhang wird dazu auf dem Desktop (= Directory „Schreibtisch“) gespeichert. Aufräumen muß man/frau selber.
Dann sind da noch die DMG Dateien. Sie werden „gemountet“ = Icon auf dem Schreibtisch. Diese müssen wieder ent-mountet (= ausgeworfen) werden, damit der Desktop nicht zumüllt. Da schaut ein wenig Linux durch die Mac OS Oberfläche. 🙂

Den von Windows gewohnten und schnell überfüllten Start/Programme/…-Menübaum gibt es unter Mac OS so nicht. Programme, die nicht in der Dock (= Schnellstartleiste) aufgeführt sind, können auf 3 weitere Arten noch erreicht werden:

  1. Im Verzeichnis „Programme“ startet ein Doppelklick auf das Programm-Icon die gewünschte Anwendung.
  2. Das sogenannte Launchpad (via F4-Taste) zeigt in Anlehnung an iPhone/iPad die Sammlung (fast) aller Apps zum Starten. Hier kann gruppiert oder auf mehrere Seiten verteilt werden.
  3. Spotlight, die zentrale Suchmaschine des Mac OS. Ein Klick rechts oben auf das Lupen Symbol startet eine unscheinbare Eingabezeile. Beginnt man hier den Namen des gesuchten Programmes einzugeben, erscheint es sofort als Icon in der Trefferliste und kann mit einem Klick gestartet werden.

Den absolut problemlosen Wechsel zwischen Ruhemodus und vollständiger Reaktivierung eines Notebooks habe ich unter Windows nie erleben können. Das MacBook kann zugeklappt (dabei angeblich 30 Tage so durchhalten) und einfach wieder geöffnet werden. Alles funktioniert, als wäre nichts gewesen. Ich muß mich erst noch daran gewöhnen, es einfach nur zuzuklappen und nicht herunter zu fahren, wenn eine Arbeitspause ansteht.

 

Weiterlesen in Teil 6: Wo sind denn nur die Tasten geblieben?

… durch die Linse gesehen