Netzwerk Speicher und Backup Lösung

(Teil 8 – Vom WinSaulus zum MacPaulus)

Also gut, das hier hat mit dem Wechsel von Windows nach Mac OS direkt nichts zu tun. Aber auch ein MacBook sollte hin und wieder gesichert werden (können). Die Apple Lösung dazu heißt Time Machine (Software auf dem MacBook). Sie kann ihre Backup Daten auf jeder externen Festplatte oder komfortabler auf Apples Time Capsule speichern.

Jetzt neben meiner Windows Sicherung noch eine Apple Variante aufzubauen hatte ich keine Lust. Auch war meine bisherige Sicherungsstrategie (Wiederverwendung alter zu kleiner Festplatten in externen Gehäusen) mit mittlerweile 10 verschiedenen Laufwerken nicht mehr effektiv und ich verlor so langsam den Überblick (was wo und wann, mehrfach oder einfach ….).

Ich suchte eine Lösung, die sowohl Windows wie auch Mac OS bedienen konnte und um die ich mich möglichst wenig kümmern müßte. Und das konnte ein NAS Server leisten. Der Neukauf von größeren Festplatten für meinen Desktop Rechner stand wegen Platzmangel sowieso an, also schaute ich mich um und fand plattenlose 4-Bay Systeme zwischen 320 – 450 € von verschiedenen Herstellern. Zusammen mit 4×2 TB NAS-Festplatten (geeignet für Dauerbetrieb) ergab so etwas einen File- und Backup-Server mit einer Gesamtkapazität von etwa 6 TB (Raid-5).

Ich habe mich für das Modell QNAP TS419P II entschieden.

Laut Dokumentation sollte es ausreichen, für die Zusammenarbeit mit meinem MacBook auf der QNAP unter Sicherung den Time Maschine Dienst des Server zu aktivieren und dann auf dem MacBook unter Time Machine die Sicherung zu aktivieren. Mal schauen.

Für Windows sind mehrere Schritte notwendig:

  1. Auf der QNAP ist unter Anwendungen / Backupserver der RSYNC Dienst einzurichten.
  2. Unter Zugriffskontrolle / Freigabeordner müssen ein Backup Share (z.B. WinBackup) angelegt und die notwendigen Zugriffsrechte gesetzt werden.
  3. Dann erfolgt die Installation von NetBak Replicator (Backup Software von QNAP) auf dem zu sichernden Windows Rechner
  4. Jetzt sind die Sicherungsläufe in dieser Software einzurichten.

Mit meinen Erwartungen an eine „Sicherungssoftware“ (Full- und Inkremental-Backup, Generationenverwaltung) erlebte ich jetzt mit NetBak Replikator eine Bauchlandung. Diese Software ist nur in der Lage, eine Kopie der zu sichernden Daten zu verwalten. Von jeder Datei ist nur der letzte Zustand verfügbar. Stünde das Wort Replicator nicht im Produktnamen, würde ich es als Mogelpackung bezeichnen. Aber es tut nur genau das, was der Name sagt. 🙁

Auf der Suche in den QNAP Foren stieß ich dann auf die Empfehlungen für andere vollwertigere Backup Programme. Als sehr gut beurteilte Freeware Lösung wurde Gobian Backup empfohlen. Und dieses Programm kann das leisten, was ich mir von der QNAP Software versprochen hatte: z.B. Vollsicherung alle 30 Tage, dazwischen inkrementelle Sicherung jeden Tag. Und das in mehreren Varianten für verschiedene Datenquellen.
Eine sehr gute Option ist auch die Möglichkeit festzulegen, ausgefallene Jobs (weil z.B. der Rechner gar nicht läuft) nachholen zu lassen. Und da das Programm sich als Dienst installieren läßt, reicht es aus, den Desktop Rechner nur gestartet zu haben, um bereits den Sicherungsbetrieb am Laufen zu haben.

Die Einrichtung auf meinem MacBook war dagegen erschreckend einfach. In der Systemsteuerung war für Time Machine das Ziellaufwerk zu definieren und 180 Sekunden später startete die erste Vollsicherung von selber.
Das war jetzt wiederrum zu simpel, denn ich will ja nicht den ganzen Rechner, sondern nur die Systempartition absichern. Die restlichen Daten sind nur Kopien von meinem Desktop und werden dort gesichert.
Nach ein wenig Suchen entdeckte ich die Möglichkeit, Ausschlüße für die Time Machine zu definieren. Also führte ich dort die Arbeitspartition auf und alles war so, wie es sein sollte.
Solange Platz vorhanden ist, behält Time Machine folgende Sicherungen:

  • stündliche Backups der letzten 24 Stunden,
  • tägliche Backups des letzen Monats,
  • wöchentliche Backups aller vorherigen Monate.

Wenn das Sicherungsmedium voll ist, werden die ältesten Backups gelöscht. Bei 2 TB Volumen wird das dann wohl lange genug halten.

Jetzt bleibt für mich als regelmäßige Aufgabe nur noch das Erstellen eines monatlichen Festplatten Images der Windows Betriebssystem Partion. Abgelegt auf einem Datenlaufwerk, das der Backup Server mit sichert, ist dann hier alles im grünen Bereich.

Für das MacBook ist keine Image Sicherung erforderlich.

 

Das Beste aus 2 Welten in Teil 9: Noch ein bischen Windows

… durch die Linse gesehen