Das MacBook tunen

(Teil 4 des Blogs Vom WinSaulus zum MacPaulus)

Ein MacBook Pro (Stand Januar 2013) mit mehr Speicher oder einer größeren Festplatte als bei den Standard Modellen zu bestellen, kostet richtig viel Schotter.

Speicherausbau von 2×2 GB -> 2×4 GB = 100 € Aufschlag
Speicherausbau von 2×2 GB -> 2×8 GB = 300 € Aufschlag (Mac mini)
Festplattentausch HDD 500GB -> SSD 512GB = 1.000 € Aufschlag

Dabei kosten 2×8 GB DDR3 SoDIMM 1.600 Hz zur Zeit rund 80 €, eine SSD mit 500 GB ist ab 300 € zu finden.
Eine leistungssteigernde Mehrausgabe von 1.300 € läßt sich also auf 380 € reduzieren.

Aber ein niegelnagelneues MacBook selber sofort öffnen und zerlegen, geht denn das?

Es klappt! Nicht mit allen Modellen (MacBook Air, Retina-Display Modelle), aber bei den Nicht-Retina MacBook Pro (Mid 2012) ist es möglich. Im Internet (und teilweise auch von Apple!!) sind Beschreibungen zu finden, wie Hauptspeicher und Festplatte ausgetauscht werden können. Sehr hilfreich war hier die Site von iFixIt.

Anders als bei Windows Rechnern braucht man aber spezielle Schraubendreher:
1x Philips #00
1x Torx T6

Folgt man Schritt für Schritt der bebilderten Anleitung von iFixIt, sind Hauptspeicher und Festplatte (auf eigenes Risiko!) binnen 10 Minuten problemlos ausgetauscht.

Apple bietet als maximalen Speicherausbau für seine MacBook Pro 2×4 GB an. Allerdings können auch 2×8 GB eingebaut werden. Sie funktionieren fehlerfrei und geben speicherhungrigen Anwendungen wie VMWare oder Photoshop mehr Spielraum.

Der Festplattentausch bringt noch das Problem mit sich, Mac OS X mit allen Anwendungen und Daten (am besten vor dem Umbau) auf die neue Festplatte kopieren zu müssen.
Chip Online beschreibt im Artikel „Frische Power für Ihren Mac“ die ganze Vorgehensweise bis hin zum Klonen des Betriebssystems auf die neue Festplatte mit Hilfe des Programmes Carbon Copy Cloner (als Freeware). Hier kann dann sogar noch vor dem Umbau(!) getestet werden, ob der erstellte Klon funktionsfähig ist, einfach indem man Mac OS anweist, von der extern angeschlossenen neuen Festplatte zu booten.
Ein Hinweis noch: CCC bietet zu Beginn des Klon Vorganges an, ein Recovery Image mit zu erstellen. Das muß unbedingt bejaht werden! Nur so ist sichergestellt, daß auch die neue Festplatte das Apple Recovery System mitbekommt (zum Computer Start die Tasten <cmd> + <R> gedrückt halten startet dieses).

2 Punkte sind nach dem Umbau mit Hilfe des Klon-Verfahrens noch zu beachten:

  1. Der in den MacBooks vorhandene NVRAM muß ein Reset erfahren, sonst startet das Teil trotz SSD seeehr langsam. Googeln nach „mac nvram reset“ findet dazu Anleitungen zuhauf.
  2. Ferner muß im Festplattendienstprogramm des Macs die neue Festplatte 1x als Startmedium definiert werden (auch wenn keine andere Platte zur Auswahl steht), sonst zögert das Äpfelchen immer noch ein wenig, seine Arbeit aufzunehmen.

Danach startet (m)ein MacBook binnen 15 Sekunden. Vorher waren es mehr als 90 Sekunden, eine gefühlte Ewigkeit! Auch ist jetzt die Reaktionszeit auf Programmaufrufe und in den Dialogen wesentlich flüssiger.

Besonders speicherhungrige Anwender können sich noch überlegen, das eingebaute DVD-Laufwerk (mac-isch: „SuperDrive“) gegen eine 2. Festplatte auszutauschen. Die Firma hardwrk bietet (neben anderen Anbietern) ein sehr gut zusammengestelltes Umrüst-Kit an, das sogar von zertifizierten Apple Händlern zum Umbau von MacBooks eingesetzt wird. Das SuperDrive erhält dann ein externes Gehäuse und wird per USB an den Rechner angeschlossen.

 

Und hier folgt Teil 5: Erste Schritte unter Mountain Lion

… durch die Linse gesehen